Auf eine private Haftpflichtversicherung sollte niemand verzichten

Die private Haftpflichtversicherung springt ein, wenn jemand durch Verletzung der Sorgfaltspflicht einen Schaden an Personen oder Gegenständen verursacht hat – so sagt es der Gesetzestext. Wenn man sich anschaut, was das im Alltag bedeutet, wird schnell klar, dass eine private Haftpflichtversicherung unerlässlich ist: Stellen Sie sich vor, Sie bepflanzen einen Balkonkübel, der stürzt über die Brüstung und verletzt einen Passanten. Ein solcher Personenschaden kann für den Verursacher Kosten in Millionenhöhe mit sich bringen, und wer nicht versichert ist, muss mit seinem Privatvermögen haften bis an das Existenzminimum. Ist die verletzte Person zum Pflegefall geworden, muss der Verursacher dauerhaft für die Kosten aufkommen.

Nur wer eine private Haftpflichtversicherung abschließt, ist vor dem finanziellen Ruin sicher. Als Faustregel gilt, dass die Versicherungssumme für Personen- und Sachschäden bis zu 3 Millionen Euro betragen sollte.

Welche Leistungen erbringt die private Haftpflichtversicherung außerdem?

Viele Versicherer bieten die Möglichkeit, die Haftpflichtversicherung genau auf die individuelle Lebenssituation zuzuschneiden. So werden z.B. Familienversicherungen geboten, in der rechtlich deliktunfähige Kinder mitversichert sind – und Eltern wissen, dass die Abenteuerlust von Kindern nicht am eigenen Gartenzaun endet. Der berühmte Fußball, der die Panoramafenster der Nachbarn in Scherben gehen lässt, ein Kratzbildchen im Lack eines geparkten Autos – in solchen Fällen übernimmt die private Haftpflichtversicherung die Kosten der Reparatur.

Für eine Familienhaftpflicht empfiehlt sich daher eine Deckungssumme von mindestens 5 Millionen Euro, bei mehreren Kindern empfiehlt sich auch 10 Millionen. Das bedeutet nicht zwangsläufig eine höhere Prämie. Ein Vergleich zwischen verschiedenen Anbietern zeigt schnell, wo man die benötigte Versicherungsform am günstigsten bekommt.

Andere Erweiterungen für die private Haftpflichtversicherung

Auch Hunde- und Katzenbesitzer sollten sich bewusst sein, dass ihre Vierbeiner ein erhöhtes Schadensrisiko mit sich bringen. Das muss nicht der Hundebiss sein: Es genügt eine übermütige Begrüßung, die einen Nachbarn zu Fall bringt oder zumindest die Hose ruiniert. Und wer mit Tieren Sport treibt, z.B. als Reiter zu Pferde unterwegs ist, unterliegt u.U. einer Haftpflichtversicherungspflicht.

Das gilt auch für verschiedene Berufsgruppen, die durch ihre Tätigkeit existentielle Folgen für andere verursachen, z.B. Ärzte, Gutachter, Anwälte, Notare und Steuerberater. Alle Freiberufler, bzw. Selbstständige sollten prüfen, ob sie die private Haftpflichtversicherung nicht durch eine Berufshaftpflicht ergänzen sollten, um sich gegen finanzielle Ansprüche zu schützen.

Um genau einschätzen zu können, welche Versicherung man braucht, kann man sich beispielsweise bei Wikipedia über die verschiedenen Versicherungsformen und die rechtlichen Bestimmungen informieren. Im Internet finden sich außerdem unabhängige Seiten, die Vergleichsrechner bieten. So kann man für den eigenen Versicherungsbedarf gleich den Test machen und die passende private Haftpflichtversicherung auswählen.

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